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Für viele die erste Mahlzeit am Tag

Interview: Rosemarie Haag teilt in der Suppenküche der Protestantischen Gemeinden im Hemshof Essen aus

Nord. Eine kostenlose Mahlzeit und Essen in Gemeinschaft: Das bietet die Suppenküche der Protestantischen Gemeinden Ludwigshafens im Hemshof Bedürftigen an. „Marktplatz LU”-Redaktionsmitglied Florian Riesterer sprach mit Helferin Rosemarie Haag über ihre Arbeit.

Frau Haag, warum helfen Sie in der Suppenküche?

Das ist ganz einfach zu sagen. Vielen Menschen reicht das Geld nicht, um sich jeden Tag etwas zu Essen zu kaufen. Für viele, die zu uns kommen, ist das häufig die erste warme Mahlzeit am Tag, für einige sogar die erste Mahlzeit überhaupt, die sie essen. Außerdem erleben hier viele Gemeinschaft mit anderen, treffen sich hier regelmäßig. Dazu will ich beitragen.

Wie wird das Angebot denn angenommen?

Wir haben jeden Tag zwischen 11.30 und 13.30 Uhr etwa zwischen 30 und 45 Besucher in den Gemeinderäumen der Apostelkirche. Das ist über die Jahre hinweg relativ konstant geblieben. Obwohl wir insgesamt bis zu 60 Menschen täglich versorgen könnten. Was auffällt, ist, dass am Monatsende, wenn das Geld knapp wird, mehr Leute kommen als am Monatsanfang.

Was haben die Helfer zu tun?

Jeden Tag sind drei Helfer eingeteilt. Wir fahren als allererstes zur Großbäckerei Theurer, die uns umsonst Brot und kleine Gebäckstücke geben, es gibt ja bei uns entgeen unseres Namens nicht ausschließlich Suppe. Anschließend richten wir die Teilchen auf den Tischen her, verteilen Servietten, Milch und Zucker für den Kaffee, den wir ausschenken.

Und wer kocht die Suppe?

Das übernehmen nicht wir, sondern das Altenheim Herxheimer Straße in der Gartenstadt. Die Johaniter bringen die Suppe zu uns in den Hemshof. Das gesamte Essen wird übrigens durch Spenden an das Diakonische Werk finanziert.

Wann wurde das Projekt ins Leben gerufen?

Die Suppenküche existiert seit über 17 Jahren. 15 Protestantische und eine ökumenische Kirchengemeinde sind an dem Projekt beteiligt. Das ist notwendig, denn wir teilen das ganze Jahr über Essen aus. Seit diesem Montag ist die Kirchengemeinde Pfingstweide an der Reihe, vor uns war Maudach dran, ab dem 31. August kommen dann Helfer aus der Pfarrgemeinde Edigheim. Die jeweilige Dauer des Einsatzes richtet sich nach den Helfern, die sich in der einzelnen Gemeinde melden.

Ist es denn schwierig, Freiwillige zu finden?

Das ist von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich. Manche haben durchaus ein Problem, vor allem, wenn sich unter den älteren Gemeindemitgliedern niemand findet. Denn jüngere Leute interessieren sich oft nicht für die ehrenamtliche Arbeit oder sind eben beruftstätig. Der Suppenküche würden junge Leute sehr gut tun. Und es ist ja auch nur ein Einsatz von drei Stunden an einem Tag, man muss sich ja nicht für die gesamte Zeit melden.

Was ist ihr schönstes Erlebnis während ihrer Zeit an der Suppentheke?

Das ist schwer zu sagen. Was ich aber wirklich betonen muss, ist, dass sich die meisten Leute, die in die Suppenküche kommen, bedanken, wenn man ihnen etwas zu essen gibt. Sie nehmen es nicht als selbstverständlich an, sondern wissen ganz genau, dass die ehrenamtlichen Helfer sich an diesem Tag extra Zeit für sie nehmen. Außerdem sehen wir an dem großen Andrang jeden Tag, wie wichtig die Aktion ist. Nicht nur für Ludwigshafen. Denn einige Besucher kommen sogar aus Mannheim zu uns in die Suppenküche. (flor/Foto: frei)

INFO

Suppenküche in den Gemeinderäumen der Apostelkirche, Rohrlachstraße 68, täglich 11.30 bis 13.30 Uhr.

Wer sich als Freiwilliger für die Suppenküche melden will, erreicht unter Telefon 661255 die Pfarrgemeinde Pfingstweide.

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Ludwigshafener Rundschau
Ausgabe: Nr.190
Datum: Mittwoch, den 17. August 2011
Seite: Nr.1
"Deep-Link"-Referenznummer: '8005638'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper
Rosemarie Haag
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